„Manchmal ist mehr eben doch mehr!“

…noch mehr Band-Videos vom Abend:

2. Platz Bayern und eine EP-Produktion als „Trostpreis“

„Samstagabend, die Sonne brennt, Menschen schwitzen und wir haben Bock! Bock auf FINALE!

13 Bands waren am Start, darunter auch die Franken-Sieger B’N’T und die Baden-Württemberg-Gewinner KNUST, um noch einmal alles zu geben, denn es ging ja schließlich um den Einzug ins Weltfinale auf dem Taubertal Festival!

…Bei der nächsten Band kann man getrost sagen, manchmal ist mehr eben doch mehr! THE WILD MAGNOLIA MARIACHIS überzeugten mit ihrem Rock’n’Roll nicht nur die Jury durch ihre Sympathie und Professionalität, sondern auch das Publikum durch ihre starke Show. Die Jury hatte auch wenig zu kritisieren, denn sie fanden den Sound „aufgeräumt“, die Musiker „erfahren“ (was man im Zusammenspiel und der gesamten Technik merkte) und liebten den Spaß den auch sie transportierten. Alles in allem ein heißer Anwärter auf eine Top Platzierung. Nach Qualifikation durch die Ticketverkäufe, erreichen sie den 2. Platz! …

Ergebnisse und Preisvergabe:

Jurypreis (unter allen Bands): SONORITY

Publikumspreis: THE OUTSKIRTS

Platzierung Bayern:

Platz 5: B’N’T

Platz 4: HARVEST THEIR BODIES

Platz 3: KANN TOD FRIEDEN BRINGEN

Platz 2: THE WILD MAGNOLIA MARIACHIS
bedeutet: EP-Produktion in den Vision Seven Media Studios

Platz 1: STILL AWAKE Bayern Sieger und Qualifikation für das Süddeutschland-Stechen

Platzierung Süddeutschland:

Platz 2: KNUST

Platz 1: STILL AWAKE und somit Teilnahme am Weltfinale 2017

In der Jury saßen:

Andrea Petricca – CEO Emergenza World & Oh my Sweet, Künstlermanager
Joe Webb LaFontaine – Inhaber & Produzent bei Vision Seven Media Studios
Oliver Strosetzki – Musikjournalist & Moderator (u.a. der Sendung „Magic Moshroom“)“

Alle Band-Reviews findet Ihr hier: http://www.emergenzafestival.de/admins/news/7

Quelle: Emergenzafestival.de

SZ vom 9.6.17 / Emergenza

Die Olchinger Band „The Wild Magnolia Mariachis“ will sich durch einen Wettbewerb fürs Taubertal-Festival qualifizieren

Von Sabrina Küspert, Olching

20 Jahre nach dem Abitur ist für die meisten Bands der Traum vom Rockstar endgültig ausgeträumt. Die Mitglieder stehen mit Familie und Job mitten im Leben. Da spielt man zur Abwechslung vielleicht noch als Live-Band in Lokalen oder tritt auf kleinen Veranstaltungen auf. Aber den Ehrgeiz zu haben, sich bei einem großen, internationalen Bandwettbewerb anzumelden, bringen nicht mehr viele auf – ganz im Gegensatz zur Olchinger Band „The Wild Magnolia Mariachis“. Sie spielt nämlich beim Bandcontest „Emergenza“ am 8. Juli von 18.30 Uhr an im Münchner Backstage mit 13 weiteren Bands darum, wer auf Taubertal-Festival bei Rothenburg auftreten darf. „Wegen unserer neunköpfigen Besetzung und der Lautstärke sind wir eben keine Kneipenband. Wir müssten Säle und Hallen füllen, damit unsere Musik wirkt“, sagt Martin Kaußler, der bei den Mariachis Blues Harp spielt. Darum wäre es für ihn umso schöner, durch gute Jury- und Publikumswertungen zu gewinnen und endlich einmal ein großes Konzert spielen zu können.

„Bei unseren bisherigen Auftritten konnten wir mit dem Publikum ein richtiges Fest feiern“, erzählt Kaußler weiter. Die Band sei bei den ersten beiden Runden des Wettbewerbs locker weitergekommen. „Wenn wir Spaß auf der Bühne haben, dann überträgt sich das eben auf dieMenge. Da schalten wir das Gehirn aus und den Rock’n’Roll an.“ Bei einem Auftritt eine solche Atmosphäre zu schaffen, gelinge ihnen vor allem deshalb gut, weil sie keine wild zusammengewürfelte Gruppe sind, sondern sich schon seit ihrer Jugend kennen.

Dabei hatten sie damals, im Jahr 1997, noch gar nicht geplant, gemeinsam in einer Band zu spielen, wie sich Drummer Christoph Frank erinnert: „Das war damals einfach eine Schicksalsgründung“. Frank Kaußler und dessen Mitbewohner wohnten nämlich, kurz nachdem alle drei am Olchinger Gymnasium ihr Abitur gemacht hatten, nebeneinander. „Als wir an einem Abend bei einem Bier zusammensaßen, kam uns die Idee, als arbeitsloser Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist eine Band zu gründen.“ Der erste Auftritt bei einem privaten Fest vor 500 Leuten war dann auch gleich ein Erfolg. Und seit noch sechs weitere Musiker aus dem Landkreis dazu geholt wurden, spielen die Wild Magnolia Mariachis in großer Besetzung: Gitarren, Keys, Blues Harp, Rhythmusgruppe und ein Bläsersatz.

Aber auch 20 Jahre später noch lassen sie sich nicht reinreden, ihren eigenwilliges Musikstil zu ändern. Da wird Boogie mit Südstaatenrock, Rockabilly und Soul gemischt. „Der Rock’n’Roll, den wir spielen, ist einfach unsere Musik. Der wird sonst von niemand anderem gespielt.“ Darum seien sie auch so überrascht gewesen, bei Emergenza sogar die Fans der anderen Bands begeistert zu haben. Aber auch aus dem Grund, dass sich ihr Spaß auf der Bühne immer auch auf andere überträgt, haben die einzelnen Bandmitglieder nie aufgehört, Musik zu machen – selbst als sich die Band 2002 vorläufig auflöste.

Nachdem die Wild Magnolia Mariachis nämlich fünf Jahre lang bei etwa 150 Gigs aufgetreten waren und dabei laut Frank „so ziemlich jede Location im Landkreis bespielt“ hätten, trennten sie sich. „2011 hatten wir aber alle den inneren Drang, wieder gemeinsam Musik zu machen“, erzählt Kaußler die Geschichte weiter. „Dann hat einer den anderen gefragt und seitdem stehen wir wieder als Band auf der Bühne.“ Nur sei es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, an Auftritte zu kommen. In Clubs würde kaum noch Live-Musik gespielt. Da blieben nur noch fünf bis zehn kleinere Veranstaltungen pro Jahr. „Mittlerweile haben wir die Vorstellung aufgegeben, mit unserer Musik das große Geld zu verdienen.“

Bereuen tun sie das aber nicht. Denn sie mussten sich eben irgendwann einmal entscheiden, ob sie ihr Hobby zum Beruf machen wollen. „Bloß könnte das einem alles versauen. Als Hobby-Musiker sind wir jetzt unabhängig und machen einfach das, worauf wir Lust haben.“ So können sie ihr als Band verdientes Geld in Album-Aufnahmen, Instrumente und ihren Olchinger Proberaum stecken.

Beim Bandwettbewerb Emergenza hoffen sie jetzt noch ein letztes Mal, bekannter zu werden. „Wir wollen eben nicht nur proben, Songs schreiben und nie über den Landkreis hinaus kommen. Jetzt haben wir noch einmal die Möglichkeit, auf der großen Bühne des Taubertal-Festivals zu stehen.“ Und wer weiß, vielleicht gelingt doch noch der Durchbruch: Der Gewinner dort bekommt nämlich einen Plattenvertrag.