SZ vom 9.6.17 / Emergenza

Die Olchinger Band „The Wild Magnolia Mariachis“ will sich durch einen Wettbewerb fürs Taubertal-Festival qualifizieren

Von Sabrina Küspert, Olching

20 Jahre nach dem Abitur ist für die meisten Bands der Traum vom Rockstar endgültig ausgeträumt. Die Mitglieder stehen mit Familie und Job mitten im Leben. Da spielt man zur Abwechslung vielleicht noch als Live-Band in Lokalen oder tritt auf kleinen Veranstaltungen auf. Aber den Ehrgeiz zu haben, sich bei einem großen, internationalen Bandwettbewerb anzumelden, bringen nicht mehr viele auf – ganz im Gegensatz zur Olchinger Band „The Wild Magnolia Mariachis“. Sie spielt nämlich beim Bandcontest „Emergenza“ am 8. Juli von 18.30 Uhr an im Münchner Backstage mit 13 weiteren Bands darum, wer auf Taubertal-Festival bei Rothenburg auftreten darf. „Wegen unserer neunköpfigen Besetzung und der Lautstärke sind wir eben keine Kneipenband. Wir müssten Säle und Hallen füllen, damit unsere Musik wirkt“, sagt Martin Kaußler, der bei den Mariachis Blues Harp spielt. Darum wäre es für ihn umso schöner, durch gute Jury- und Publikumswertungen zu gewinnen und endlich einmal ein großes Konzert spielen zu können.

„Bei unseren bisherigen Auftritten konnten wir mit dem Publikum ein richtiges Fest feiern“, erzählt Kaußler weiter. Die Band sei bei den ersten beiden Runden des Wettbewerbs locker weitergekommen. „Wenn wir Spaß auf der Bühne haben, dann überträgt sich das eben auf dieMenge. Da schalten wir das Gehirn aus und den Rock’n’Roll an.“ Bei einem Auftritt eine solche Atmosphäre zu schaffen, gelinge ihnen vor allem deshalb gut, weil sie keine wild zusammengewürfelte Gruppe sind, sondern sich schon seit ihrer Jugend kennen.

Dabei hatten sie damals, im Jahr 1997, noch gar nicht geplant, gemeinsam in einer Band zu spielen, wie sich Drummer Christoph Frank erinnert: „Das war damals einfach eine Schicksalsgründung“. Frank Kaußler und dessen Mitbewohner wohnten nämlich, kurz nachdem alle drei am Olchinger Gymnasium ihr Abitur gemacht hatten, nebeneinander. „Als wir an einem Abend bei einem Bier zusammensaßen, kam uns die Idee, als arbeitsloser Schlagzeuger, Gitarrist und Bassist eine Band zu gründen.“ Der erste Auftritt bei einem privaten Fest vor 500 Leuten war dann auch gleich ein Erfolg. Und seit noch sechs weitere Musiker aus dem Landkreis dazu geholt wurden, spielen die Wild Magnolia Mariachis in großer Besetzung: Gitarren, Keys, Blues Harp, Rhythmusgruppe und ein Bläsersatz.

Aber auch 20 Jahre später noch lassen sie sich nicht reinreden, ihren eigenwilliges Musikstil zu ändern. Da wird Boogie mit Südstaatenrock, Rockabilly und Soul gemischt. „Der Rock’n’Roll, den wir spielen, ist einfach unsere Musik. Der wird sonst von niemand anderem gespielt.“ Darum seien sie auch so überrascht gewesen, bei Emergenza sogar die Fans der anderen Bands begeistert zu haben. Aber auch aus dem Grund, dass sich ihr Spaß auf der Bühne immer auch auf andere überträgt, haben die einzelnen Bandmitglieder nie aufgehört, Musik zu machen – selbst als sich die Band 2002 vorläufig auflöste.

Nachdem die Wild Magnolia Mariachis nämlich fünf Jahre lang bei etwa 150 Gigs aufgetreten waren und dabei laut Frank „so ziemlich jede Location im Landkreis bespielt“ hätten, trennten sie sich. „2011 hatten wir aber alle den inneren Drang, wieder gemeinsam Musik zu machen“, erzählt Kaußler die Geschichte weiter. „Dann hat einer den anderen gefragt und seitdem stehen wir wieder als Band auf der Bühne.“ Nur sei es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, an Auftritte zu kommen. In Clubs würde kaum noch Live-Musik gespielt. Da blieben nur noch fünf bis zehn kleinere Veranstaltungen pro Jahr. „Mittlerweile haben wir die Vorstellung aufgegeben, mit unserer Musik das große Geld zu verdienen.“

Bereuen tun sie das aber nicht. Denn sie mussten sich eben irgendwann einmal entscheiden, ob sie ihr Hobby zum Beruf machen wollen. „Bloß könnte das einem alles versauen. Als Hobby-Musiker sind wir jetzt unabhängig und machen einfach das, worauf wir Lust haben.“ So können sie ihr als Band verdientes Geld in Album-Aufnahmen, Instrumente und ihren Olchinger Proberaum stecken.

Beim Bandwettbewerb Emergenza hoffen sie jetzt noch ein letztes Mal, bekannter zu werden. „Wir wollen eben nicht nur proben, Songs schreiben und nie über den Landkreis hinaus kommen. Jetzt haben wir noch einmal die Möglichkeit, auf der großen Bühne des Taubertal-Festivals zu stehen.“ Und wer weiß, vielleicht gelingt doch noch der Durchbruch: Der Gewinner dort bekommt nämlich einen Plattenvertrag.

Platz 2 beim Emergenza Semifinale

Hier die Ergebnisse vom Emergenza-Semifinale vom 14.5. Vorneweg: Wir sind auch Dank Eurer Unterstützung auf Platz zwei gelandet. Und zwar mit einem der besten Votings WELTWEIT. Es folgt das Süddeutschlandfinale am 8.7. im Backstage. Der Abend insgesamt war mit reichlich harten Gitarrensounds garniert, also haben wir auch nochmal eine Schippe draufgelegt und kurzfristig eine Soulnummer mitaufgenommen. Gratulation an „Kann Tod Frieden Bringen“, die mit Ihrer Mischung aus Tod und Frieden Sieger des Abends wurden.Natürlich gibts das ganze auch als Wertung im Detail:

„Semifinale Nummer 3 im Ampere (Muffatwerk). Acht Bands waren dabei um den Zuschauern zu zeigen, warum Musik besser ist als der Tatort.

Bittersweet und düster-schön startet dieser Abend mit Dead Pony Klub aus Passau und einer grungigen Alternative-Synth-Rock Mischung die unter die Haut geht.

Voll auf die Fresse gibt es danach von Harvest Their Bodies und Death Core, gespickt mit bösen Vocals und technischen starken Songs, deren Kraft einen an die Wand drückt.

Ravenfield, die Charme-Bolzen des Abends, nutzen die gesamte Bühne und unterhalten die Menge mit Dark Rock zum Mitgehen.

Sacrifice In Fire aus Pfaffenhofen machen echten Heavy Metal und leben ihren Sound durch und durch!

The Wild Magnolia Mariachis lassen die Puppen tanzen und füllen nicht nur den Publikumsbereich bis oben hin.

Kann Tod Frieden Bringen, die Ungezogenen, machen ihr Ding und das Publikum liebt sie dafür. Straighte Energie – verwandelt in eine Mischung aus NuMetal und Hardcore – reißt den Laden ab!

Cold Silence powern sich und das Publikum dann fast vollends mit Post Metalcore aus und geben alles!

The Effects stehen auf Grunge und das merkt man. Drei Sympathische Jungs punkten mit ihren eingängigen Songs und Ohrwurmgarantie.

Am Ende dürfen sich freuen: Kann Tod Frieden Bringen (1. Platz) und The Wild Magnolia Mariachis (2. Platz); außerdem weiter durch Wildcard-Verfahren: Harvest Their Bodies.
Wir sehen uns am 08.07.2017 zum großen Süddeutschland-Finale wieder.

Hier das gesamte Ergebnis des Abends (die Punkte setzen sich aus den Publikumsstimmen und der Jurybewertung zusammen):

1. Platz: Kann Tod Frieden Bringen (96 + 150) 246 Punkte
2. Platz: The Wild Magnolia Mariachis (97 + 147) 244 Punkte
3. Platz: Harvest Their Bodies (68 + 152) 220 Punkte
4. Platz: Dead Pony Klub (71 + 125) 196 Punkte

Das Publikum hat so entschieden:

Dann bekamen die ersten 4 Bands die Jurypunkte addiert.

In der Jury saßen: Marvin (Bassist bei Apron / Profibackliner), Philip (Sänger / Keys bei Owing To The Rain), Sebi (Gitarrist bei Apron), Jan (Keys / Backings bei Once On Earth)

Ihre Punkte in der Addition:

Jury Summe jeweils max. 40 Punkte (10 pro Juror)
Bandname Song Qualität Gesang / Stimme Spiel-technik Show Gesamt-eindruck Summe Jury
Dead Pony Klub 27 28 28 18 24 125
Harvest Their Bodies 31 31 33 28 29 152
Ravenfield 25 22 24 22 24 117
Sacrifice In Fire 18 18 14 17 16 83
The Wild Magnolia Mariachis 29 24 34 29 31 147
Kann Tod Frieden Bringen  28 27 31 30 34 150
Cold Silence 23 18 22 25 22 110
The Effects 24 23 21 22 24 114

1. Song Qualität Songwriting, Arrangement
2. Gesang / Stimme Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow.
3. Spieltechnik technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
4. Show Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung – kann evtl. auch in 5. einfließen)
5. Gesamteindruck Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential“

http://www.emergenza.net/DE/de-de/gig/739/18701/so-14-mai-2017.aspx

„Gewaltiger Rock’n’Roll mit extrem hohem Party- & Tanzfaktor“

Das meinte die Jury zu unserem Kurzgig beim Emergenza Bandcontest am 16.12.:

„An dieser Stelle wurde die „kleine“ Bühne im Club ganz schön voll: The Wild Magnolia Mariachis mit 9 Mann (und Frau) kamen auf die Bühne und holten sie alle ab! Gewaltiger Rock’n’Roll mit extrem hohem Party- & Tanzfaktor und das alles auf einem dermaßen hohem technischem Niveau, da war es dann auch allen klar: Diese Band geht definitiv eine Runde weiter. Kritisiert wurden demnach auch nicht viel, eventuell noch ein bisschen individuellere Strukturen einfließen lassen beim Arrangement, damit man die Mariachis auch sofort auf Platte wieder erkennt. Extra Punkt an den Stagedive von Mundharmonika-Spieler Martin! Am Ende ist es der verdiente 1. Platz bei Publikum und Jury!“

Die Jurywertung im Detail.

Hier findet ihr noch den Rest des Abends.

Na dann. Obwohl es erst die Vorrunde war. Lassen wir die Korken knallen und auf ein ebenso erfolgreiches 2017.